Historie

Das Gebäude:

Erbaut von 1891 bis 1893 als "Stabsgebäude mit Unterhaltungszimmer, Burschenzimmer, Bibliothek und Speisesaal".  Aula frueher

Das Nebengebäude wurden bereits 1 Jahr früher begonnen. Wie das gesamte Kasernengelände unterstand es der Militärverwaltung bis in den 2.Weltkrieg und wurde nach dessen Ende von der Militärregierung beschlagnahmt.

Nach dem Kriegsende wurde das Gebäude für Schulzwecke frei gegeben und gleichzeitig Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Obwohl im September 1945 das Dachgeschoß noch Notwohnungen enthielt, zog die damals noch städtische Berufsschule in dieses Gebäude ein. Der große Saal im zweiten Obergeschoß, früher der Speisesaal der Offiziere, wurde vom Lichtspieltheater "Filmbühne" bezogen. Tagsüber wurde dieser Raum als Aufenthaltsraum von den Flüchtlingen genutzt, nach Unterrichtsschluss fanden Kinovorstellungen statt. Heute ist der Saal Aula und Prüfungsraum.

Erst gegen Ende des Schuljahres 1966, als der Neubau der Berufsschule an der Schillerstraße bezugsfertig wurde, stand das Stabsgebäude zur weiteren Nutzung zur Verfügung.

Die Hauptschule Ost ergriff Besitz von diesem Gebäude. 1976 zog die Hauptschule Ost aus, eine weitere schulische Nutzung des Gebäudes erfolgte durch die bislang in den Räumen der Berufsschule untergebrachte Fachschule für Technik und Wirtschaft der Stadt Erlangen.

Vorläufer der Technikerschulen

waren z.B. in Nürnberg die sogenannten "Volksbildungsschulen", die es sich am Anfang unseres Jahrhunderts zur Aufgabe gemacht hatten, speziell Arbeitern neu entstandenes und beruflich bedeutsames Wissen zu vermitteln, damit sie der fortschreitenden Technisierung im Prozess der Industrialisierung besser gewachsen waren.

schulskizzeDie Anfänge

der Fachschule für Techniker der Stadt Erlangen gehen weit zurück: sie liegen in der Zeit nach dem 2.Weltkrieg. Es galt, schnell und wirksam berufliche Qualifikationen zu vermitteln. Dies geschah in Erlangen nicht zuletzt durch die Abendschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Bald wurden mehr als tausend Teilnehmer registriert, die gegen die Gebühr von zehn Reichsmark ihr Wissen erweitern wollten und konnten. Als Lehrkräfte gewann man vor allem Ingenieure aus der Industrie, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellten. Es wurden Lehrgänge in Mathematik, Werkstoffkunde, Stenografie, Maschinenschreiben, Technisches Zeichnen, Englisch usw. angeboten. Damals wurde viel improvisiert. Unterricht war abends von 19 bis 22 Uhr sowie am Samstag bis spät in den Abend hinein. Am 15.März 1948 wurde diese Schule von der Stadt Erlangen übernommen und fortan "Berufsoberschule" genannt. So entstanden Vorbereitungslehrgänge auf die Prüfung als Baumeister oder Bautechniker, Lehrgänge zur Vorbereitung auf das Ingenieurstudium, auf die Industriemeisterprüfung in den Fachrichtungen Metall und Elektrotechnik und verschiedene andere Kurse.

Außerdem entstand eine sogenannte Betriebsfachschule, die den Anfang der Technikerausbildung darstellte. 1958 erhielten die Absolventen der Betriebsfachschule zum ersten Mal die Bezeichnung "Techniker"; die Teilnehmerzahlen stiegen in der Folgezeit stark an. 1960 wurden die Vorbereitungslehrgänge zum Ingenieursstudium eingestellt. Bis 1961 wurden die Techniker-Aspiranten entsprechend der industriellen Struktur Erlangens und seines Einzugsgebietes nach einem Unterrichtsplan ausgebildet, der eine ausgewogene Mischung aus maschinenbaulichen und elektrotechnischen Fächern darstellt. Kurze Zeit später war die Aufteilung in zwei Fachgebiete - Elektrotechnik und Maschinenbau - nicht mehr zu umgehen.

Die Fachschule für Technik und Wirtschaft der Stadt Erlangen:HistorieTechnikerschule

Schon 1962 wurde für die Prüflinge der Technikerlehrgänge eine eigene Prüfungsordnung geschaffen. Nun durften sie die Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfter Techniker" in der entsprechenden Fachrichtung führen. Am 27.Februar 1963 wurde die Schule umbenannt in "Fachschule für Technik und Wirtschaft der Stadt Erlangen". In diesem Jahr wurde der bis dahin nur in Teilzeit angebotene Technikerlehrgang erstmals als Vollzeitmaßnahme durchgeführt. Dieser erste "Techniker-Tageslehrgang", wie der Lehrgang bezeichnet wurde, fand in einem Schulzimmer des Stabsgebäudes an der Drausnickstraße statt. 1981 konnte die Fachschule vollständig in das heutige Schulgebäude an der Drausnickstraße umziehen. 1982 wurde auch für die Fachrichtung Elektrotechnik eine entsprechende Prüfungsordnung geschaffen.

Fachschule für Techniker der Stadt Erlangen

Ab 1.Januar 1979 wurde die Technikerschule organisatorisch aus der Berufsschule herausgenommen und eine eigene städtische Dienststelle. Ebenfalls 1979 wurde Dipl. Ing. Franz Xaver Klämpfl, der schon seit 1973 an der Schule unterrichtete, Schulleiter. Schon zu dieser Zeit war die Namensgebung nicht mehr zutreffend. So wurde die Schule schließlich am 30.Juli 1984 in "Fachschule für Techniker der Stadt Erlangen" umbenannt.

Neben der Technikerausbildung in den Fachrichtungen Maschinenbautechnik und Elektrotechnik war ein zweites Standbein die Industriemeisterausbildung in den Fachrichtungen Metall und Elektrotechnik. Diese fand nur in der Teilzeitform am Samstag statt, später zusätzlich auch einmal abends während der Woche. Zusätzlich wurden noch Vorbereitungslehrgänge auf die IHK-Prüfung zum Elektroniktechniker angeboten, sowie EDV-Lehrgänge. Die Elektroniktechniker-Lehrgänge wurden wegen rückgehender Nachfrage ab 1993 eingestellt und die Industriemeisterlehrgänge wurden Anfang des neuen Jahrtausends an die IHK abgegeben.

Dafür erhielt die Technikerschule eine neue Fachrichtung. Seit Beginn des Schuljahres 2001/02 wird die Fachrichtung "Informatiktechnik", zunächst nur in Teilzeitform, und seit dem Schuljahr 2003/04 auch in Vollzeitform angeboten.

P1050765Nachdem die bay. Staatsregierung den bayerischen Hochschulen die Möglichkeit einräumte, für ein Hochschulstudium Studiengebühren zu erheben, beschloss der Erlanger Stadtrat, ab dem Schuljahr 2010 für die Technikerausbildung ebenfalls ein Schulgeld in Höhe von 500€ pro Jahr für die Vollzeitausbildung und 250€ pro Jahr für die Teilzeitausbildung einzuführen. Im Zuge des späteren Landtagsbeschlusses des Wegfalls der Studiengebühren an bay. Hochschulen entschied die Stadt Erlangen, auch für die Technikerausbildung ab dem Schuljahr 2014/15 kein Schulgeld mehr zu erheben. Somit ist die Technikerausbildung seit September 2014 wieder schulgeldfrei!

Ab September 2014 sollte mit einer neuen Fachrichtung "Medizintechnik" begonnen werden. Hierzu wurde an der Technikerschule Erlangen eine Fachakademie für Medizintechnik gegründet. Damit sollten staatlich geprüften Technikern der Elektrotechnik, Informatiktechnik, Maschinenbautechnik und Mechatronik die Möglichkeit eines Erweiterungsstudiums in Richtung Medizintechnik geboten werden. Die Studieninhalte umfassten das gesamte Spektrum der Medizintechnik und wurden um die Inhalte ergänzt, die je nach Fachrichtung in der vorherigen Technikerausbildung nicht gelehrt wurden.

Die Ausbildung zum Staatlich geprüften Medizintechniker war als Erweiterungsstudium aufbauend auf eine vorangegangene Technikerausbildung konzipiert. Die Nachfrage nach Studienplätzen rechtfertigte nicht den Start der Ausbildung und die damit einhergehenden notwendigen Investitionen. Der tatsächliche Beginn der Fachrichtung Medizintechnik ruht, bis eine deutlich stärkere Nachfrage gegeben ist.

Neueste Entwicklung:

Seit 2009 räumt das Hochschulrahmengesetz auch beruflich Qualifizierten das Hochschulzugangsrecht ein, was dazu führte, das sich das Verhältnis vom beruflichen Bildungssystem zum akademischen Bildungssystem verschob. Seitdem haben die betrieblichen Partner der dualen Ausbildung Probleme Lehrstellen zu besetzen. In der Folge schließen auch weniger junge Menschen die für die Technikerausbildung erforderliche Berufsausbildung ab. Verstärkt wird der Rückgang der Bewerber um einen Ausbildungsplatz auch durch den demografischen Effekt. Gleichzeitig gründete die bayerische Staatsregierung eine hohe Zahl staatlicher, an Berufsschulen angegliederte Technikerschulen, v.a. im ländlichen Bereich. Die Folge macht sich in einem Wegfall der Wartezeiten bemerkbar. Im Fachbereich Informatiktechnik konnte nicht immer mit einer Teilzeitklasse begonnen werden. Das Problem kann ab dem Schuljahr 2016/17 mit Hilfe der Berufsgruppenbeschulung gemildert werden.

Die Berechtigung zum Besuch einer Hochschule ist nicht gleichzusetzen mit der Studierfähigkeit. Deshalb legt die Mehrzahl der Technikerabsolventen gleichzeitig mit der Technikerabschlussprüfung die Ergänzungsprüfung in Mathematik zur Erreichung der allgemeinen Fachhochschulreife ab, die zum Studium an allen deutschen Fachhochschulen nicht nur berechtigt, sondern auch befähigt.

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